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Kammermusikaler Double-Bass

Der Israeli Avishai Cohen gilt längst nicht mehr als Insidertipp für Jazzfans. Er vermag – wie im Wiener Konzerthaus – durchaus einen Saal mit zweitausend Zuhörern zu füllen und zu begeistern.

Dabei steht Cohen gar nicht so sehr beidbeinig im Jazz – es ist vielmehr eine äußerst intelligente Umarmung mehrerer Traditionsstränge, die seine vielfältige Musik auszeichnet. Und natürlich können die Mannen um den Kontrabassisten und Sänger, der in Wien im Trio mit Omri Mor, Klavier, und Amir Bresler, Schlagzeug, gastiert, auch ordentlich Druck machen: da ist auch etliches für Freunde des machtvollen Triospiels zu hören.

Interessant ist aber die extrem kammermusikalische Behandlung, die er seinem Instrument angedeihen lässt: Cohen spielt den Kontrabass wie ein Soloinstrument, und es ist mehr als frappant, welch stupende Kunstfertigkeit er dabei an den Tag legt. Auch die nicht eben großartige Stimme lässt sich befruchtend integrieren, wie die solo gespielte Zugabe des Lieds Para el monte me voy porque en monte no estoy von Mercedes Sosa unter Beweis stellt.

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