Archiv

Biografie eines Karrieresoldaten

Der Drecksack General Paulus – so kommt das Echo der Nachkriegseinschätzung im Westen Deutschlands bei einem ihrer fundamentalen Kritiker an, dem linken Liedermacher Franz Josef Degenhardt.

In der BRD musste man dem General nicht vergeben, dass er in Stalingrad kapitulierte – er hatte sich anschließend auf Seiten Stalins und der DDR gestellt, womit man im [weiter…]

Vom Stalinismus zur Demokratie

Brigitte Halbmayr legt eine zu recht als ‘politisch’ bezeichnete Biografie von Hermann Langbein vor: dem Kommunisten wird sie jedoch weniger gerecht als dem Spanienkämpfer, KZ-Überlebenden, Nazijäger und Zeitzeugen. Die moralische Instanz, die Langbein in den späteren Lebensjahrzehnten zweifellos darstellte, strahlt in seine frühen Jahre über – ob zu recht, ist im Rahmen dieses Buchs nicht zu klären. [weiter…]

Vom Überleben als Laufbursche

Der Historiker Jonny Moser berichtet aus seinen Jugendjahren als Jude im Ungarn des zweiten Weltkriegs – und der unglaublichen Rettungsaktion des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, dem er als Botenjunge und Helfer diente. [weiter…]

Ende mit Fragen

Der britische Historiker Ian Kershaw hat sich in seiner Studie ‘Das Ende: Kampf bis in den Untergang – NS-Deutschland 1944/45’ der komplexen Frage gewidmet, warum das Dritte Reich in der Lage war, so lange erbittert und erfolgreich Widerstand zu leisten – um den Preis einer Verdopplung seiner Verluste. [weiter…]

Heidegger – Biografie eines Unverständlichen

Der Philosoph Martin Heidegger hat eine kurze, doch stringente Biografie: kleinstädtisch und streng-gläubig katholisch erzogen, ereifert er sich für die Kirche. Sein fragwürdiger Charakter jedoch verhindert, dass ihn zuerst die Jesuiten als Novizen und dann die Kirche als Priesterschüler aufnehmen, als Ausweg wählt er dann die – wiederum katholische – Philosophie. Von seiner Kirche lässt [weiter…]

Es jährt sich

Der 22. Juni ist jedes Jahr ein besonderer Gedenktag, für die einen begann ein großes Abenteuer, von dem sie bis heute überzeugt sind, weiß der Teufel was Besonderes sie dabei geleistet hätten, für die anderen ist es schlicht der Beginn jenes titanischen Ringens, das sie den Großen Vaterländischen Krieg nennen und aus dem sie schlussendlich [weiter…]

Irreführung der Nachwelt

Dass Adolf Hitler sich selbst in Mein Kampf als den Weltkriegsgefreiten stilisierte und die NS-Propaganda das übernahm, großzügig ausschmückte und bis in religiöse Sphären erhob, ist für die damalige Zeit verständlich. Dass diese Positionierung auch von der späteren kritischen Geschichtsschreibung durchwegs übernommen wurde, ist schon weniger verständlich.

In seiner bahnbrechenden Studie Hitlers erster Krieg: [weiter…]

Müßige Diskussionen

Die Diskussion darüber, ob Martin Heidegger ein Nationalsozialist war oder nicht, ist eigentlich müßig: wie würde man sonst jemanden nennen, der Mitglied der NSDAP war? In seinen Schriften findet sich vieles, das jedem anderen unangenehm gewesen wäre – ihm nicht. [weiter…]

Trio infernale

Was liegt näher, als – jenseits einer revisionistischen Aufrechnung der Opferzahlen gegeneinander – die großen Verbrecher des Zwanzigsten Jahrhunderts in einer gemeinsamen historischen Betrachtung in Beziehung zu stellen?

Dieses heikle Unterfangen wurde schon mehrfach versucht. Dem aktuellen Ansatz, den Robert Gellately in Lenin, Stalin und Hitler: Drei Diktatoren, die Europa in den Abgrund führten [weiter…]

Das Wüten des katholischen Elements

Dem Hitler sagt man lange schon nach, zumindest tat dies schon Friedrich Heer in Der Glaube des Adolf Hitler, dass zu einem nachweisbaren Teil das Katholische seiner Herkunft sein verheerendes Wesen bestimmte.

Nicht unähnlich ergeht es dem Leser der Heinrich Himmler-Biografie des Briten Peter Longerich mit dessen Abstammung und tiefer Verwurzelung im katholischen Bayern.

[weiter…]