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In Bertl Mütters Komponierhäuschen

Man stellt sich das normalerweise recht fad vor, bei einem Komponisten in der Werkstatt. Wenn ich an Mahlers Komponierhäuschen denke, glaube ich nicht, dass es da besonders was zu sehen oder erleben gegeben haben wird. Aber der hat uns ja auch keine Führung und kein Werkgespräch angeboten.

Das Konzerthaus hat es sich in dieser Saison [weiter…]

Aus Russland und der neuen Welt

Endlich geht’s wieder weiter mit dem Zyklus der Wiener Symphoniker: der ursprünglich vorgesehene Neeme Järvi ist erkrankt, das Dirigat übernimmt Vassily Sinaisky. Und das ist keineswegs ein Schaden, auch wenn anstelle des ursprünglich eingangs geplanten neuen Werks nun ein eher belangloses Stück Musik von Pjotr Ilych Tschaikowski ins Programm gehoben wurde: die Phantasieouvertüre “Romeo und [weiter…]

Jenseits der Erträglichkeitsgrenze

Ich gebe zu, ich hatte zuvor keine Ahnung, welche Qualitäten als ernsthafter Komponist im genialen Liederschreiber Mikis Theodorakis stecken. Ich muss nun zugeben, dass mich von dem, was da zu hören ist, wenn es im Wiener Konzerthaus einen ganzen Abend mit Byzantinischer Hymne (aus der dritten Symphonie), Requiem und Mauthausen-Kantate zu erleben gilt, rein gar [weiter…]

Süffig und berückend schön

Das britische Belcea Quartett hat in der letzten Saison im Mai einen Höhepunkt des Wiener Konzertgeschehens gesetzt mit seiner Aufführungsserie aller Streichquartette von Ludwig van Beethoven innerhalb von nur knapp drei Wochen. Nun sind sie zurück mit einem eher süffigen Programm:

Zum Aufwärmen spielen Corina Belcea-Fisher, erste Violine, Axel Schacher, zweite Violine, Krzysztof Chorzelski, Bratsche, [weiter…]

Hagens Ludwig

Nun haben sich die Hagens heuer bekanntlich den ganzen Beethoven vorgenommen – man darf gespannt sein, ob das auch zu einer Veröffentlichung als Gesamteinspielung führt.

Am zweiten Zyklusabend bringt das Salzburger Quartett mit op. 18/1, op. 135 und op. 59/1 einen Parforceritt durch die Entwicklungsgeschichte der Gattung bei einem ihrer unbestrittenen Meister. Es ist [weiter…]

Wieder und neu Entdecktes, genial gespielt

Ach ja: Mendelssohn… aber dann ist es doch ein unvergleichlich intensives Erlebnis an diesem Abend im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, wie das Artemis Quartett dieses 6. Streichquartett op. 80 von 1847 fegen lässt, man kann es gar nicht anders nennen. Und es ist damit sofort klar geworden, dass das Mendelssohn’sche Quartettschaffen noch einmal gründlich gehört [weiter…]

Ein herrlicher Quartettabend

Das auf historische Aufführungspraxis spezialisierte Quatuor Mosaiques hat unlängst einem Zeitgenossen Beethovens zu Einspielungsehren verholfen: Joseph Johann Woelf (1773-1812) hat einige bemerkenswerte Streichquartette hinterlassen, die leider bislang nie auf den Spielplänen und auch nicht im CD-Regal zu finden waren.

Unter dem Titel Franz Geissenhofs Instrumente – Bezug nehmend auf den Geigenbauer, auf dessen Instrumenten [weiter…]

In Mittelgeschwindigkeit

Was kann Nelson Freire für den Schumann? Es ist zu hören: nichts. Der Pianist wird des Komponisten Herr, was bei Robert Schumann zugegebenermaßen einfacher klingt als es zu spielen ist. Seine Schwächen offenbaren sich regelmäßig in der großen Form: ihm fällt zum Orchester nicht genug ein, er instrumentiert etwas zu simpel – was speziell bei [weiter…]

Gediegener Start für den Beethoven-Zyklus

Wieder eine Saison mit Hagens: diesmal nehmen sie sich offenbar sämtlicher Quartette von Ludwig van Beethoven an – heute sind das Streichquartett D-Dur op. 18/3 (1799), das Streichquartett A-Dur op. 18/5 (1799) und zum Abschluss das Streichquartett Es-Dur op. 127 (1822-1825) dran. Und natürlich breitet das Hagen Quartett wie nicht anders zu erwarten eine zwar [weiter…]

Schlagwerk und kämpferische Symphonik

Als Komponist brillanter, witziger Miniaturen ist H K Gruber längst kein unbekannter mehr, seine Lieder nach Texten von H.C. Artmann – unter dem Titel Frankenstein! – sind wahre Perlen der kleinen Form. Umso interessanter ist es, wie tragfähig die Ideenwelt Grubers für die größere Form ist, zumal für eine Art von Konzert für Schlagwerk und [weiter…]