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Nachlese März 2017

Moritz Eggert hat auf der Plattform crescendo ein inspirierendes Plädoyer zur Situation des Opernrepertoires in den deutschsprachigen Ländern gehalten:

erstens gegen das ewig gleiche Repertoire aus dem 19. Jahrhundert zweitens für mehr Gegenwart in den Spielplänen

Als Hörer, dem genau dieses 19. Jahrhundert zu den Ohren heraus hängt, kann ich ihm nur aus vollem [weiter…]

Jimi’s Mozart

Mozart kann man nicht tot spielen, eine Mozart-Oper geht immer. Jedenfalls für mich. Von den gängigen Verdi-Opern habe ich allmählich die Nase voll, mit dem Belcanto und dem Verismo ist es ebenso, das französische 19. Jahrhundert kann mir bis auf wenige Ausnahmen gestohlen bleiben – und Puccini sowieso samt und sonders. Infolgedessen komme ich nicht [weiter…]

Rossini’s Elisabetta richtet sich selbst

Das Theater an der Wien bringt wieder ein Werk von Gioachino Rossini, und zum Glück – sollte man meinen – nicht schon wieder einen der allseits viel gespielten Dauerbrenner. Man setzte für diese Saison Elisabetta, Regina d’Inghilterra aufs Programm.

Mit Jean-Christophe Spinosi und dem Ensemble Matheus hat man einen feinfühligen Kenner der Materie und ein [weiter…]

Halb ist eher gar keine Oper

Zuerst einmal: Englische Oper, das ist – bis herauf zu Benjamin Britten – ganz einfach ein Unding. Die puritanischen Engländer hatten die meiste Zeit über, wenn sie nicht grade ein paar Jahre lang verrückt auf Händels Opern waren, für das Singen von Theatertexten wenig übrig. Was dabei einer Oper am nächsten kam, war die semi-opera, [weiter…]

Vom Plätschern des Wohlgesangs

Zum Thema Staatsoper gibt es ja viel Neues: man hat Dominique Meyer den Vertrag nicht verlängert – auch gut, und wohl kaum zum Schaden des Hauses. Die Freude darüber, dass er den rumänischen Tennisspieler abgelöst hat, ist rasch verpufft. Ausser mit Durchschnittskost das Haus voll zu kriegen hat er wenig zuwege gebracht, das Bemerkenswerteste waren [weiter…]

Stehpartie mit Star-Bariton

Wieder einmal der Nabucco von Giuseppe Verdi, und wieder einmal singt Placido Domingo den Rest eines Ensembles an den Rand, gerade mal Bass Dmitry Belosselskiy in der Rolle des Priesters Zaccaria kann neben dem 77jährigen, spät-berufenen Bariton als Nabucco bestehen. Sopran Liudmiyla Monastyrksa als Abigaile singt brav, aber das ist auch schon alles. Von Mezzo [weiter…]

Die bessere Sylvester-Wahl

Der letzte Tag des alten wie der erste des neuen Jahres sind ja kulturell eher dürftiges Terrain. Zumindest kann ich dem Humptata-Ritual des Neujahrskonzerts wenig abgewinnen. Und eine traditionelle Aufführung von Otti Schenks Fledermaus geht erst recht nicht. Ganz und gar nicht. So Leiche kann ich bei Lebzeiten nicht sein.

Zur Rettung steht allerdings diesmal [weiter…]

Vom Ersticken am Gesang

Es stimmt schon: liest man in Verdis Briefen nach, führt der Komponist des Öfteren die Klage, er wünsche sich eigentlich weniger Schöngesang und mehr Hässlichkeit. Und es stimmt auch: gerade die Lady Macbeth ist so eine Figur, der man zusätzlich zu bösen Motiven und skrupelloser Machtgier noch den Schiachgesang zutraut.

Wenn es allerdings so umgesetzt [weiter…]

Arme Armida

Nach der allerersten Premiere der Ära Meyer, zu der Marc Minkowski mit Glucks Alceste in der Staatsoper gastierte, war wieder gründlich Stille – vom neuen Wind ist, wie man in Wien sagt, nicht mal ein Lüfterl geblieben. Der Repertoirebetrieb quält sich durchs Jahr, was Neues gibt es nicht. Der Ausblick auf den November 2016 sagt: [weiter…]

Die Behauptungskraft des Werks

Opern als musikdramatische Werke müssen sich bisweilen sehr gegen ihre Inszenierung zur Wehr setzen – die meisten jedoch beweisen dabei seit Jahrzehnten eine enorme Beharrungskraft. Und bei einem Meisterwerk wie dem Don Giovanni des Wolfgang Amadé Mozart darf man getrost davon ausgehen, dass es das auch schafft.

Dabei passiert es nicht bloß, dass ein Werk [weiter…]