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Und das alles wegen…

Nicht mehr erhältlich – oder nur mehr antiquarisch -, aber ausnehmend lesenswert:

Pietro Redondi: Galilei der Ketzer

Der Fall Galilei gereicht der katholischen Kirche seit nunmehr zwei Jahrhunderten zur Lächerlichkeit, so viel ist inzwischen Allgemeingut. Und gemeinhin nimmt man an, Galileo Galilei sei wegen seiner im Gefolge Keplers ketzerischen Ansichten über das heliozentrische [weiter…]

Befunde aus der Mottenkiste

Da hat ein alter Mann ein Problem mit neuen Technologien. Was tut er also? Er sammelt Diagnosen anderer alter Männer, um zu untermauern, dass die Welt bald einstürzt. Erstens sind die vermeintlichen neuen Technologien so neu gar nicht. Vieles von dem, was sich in neuer – digitaler – Einkleidung wie eine weltbewegende, ja geradezu revolutionäre [weiter…]

Religion in biologischer Sicht

Der Versuch, Religion zu erklären, kann mit unterschiedlichen Methoden und Zielsetzungen verfolgt werden; es könnte ja sein, dass sie zu etwas gut wäre; genauso könnte es sein, dass sie ihre Entstehung einer vergangenen Situation verdankte, die heute nicht mehr relevant ist. Vom Wühlen in derlei Fragen verspricht man sich in der Regel eine Antwort für [weiter…]

Immanenz als Abenteuer

Baruch Spinoza fristet eine Randexistenz in der philosophiegeschichtlichen Wahrnehmung, obgleich die Spuren seines Denkens sich durch die Systeme einer Reihe von nachfolgenden Philosophen ziehen. Nun ist Spinoza zwar nicht der Erfinder des Atheismus in der Philosophie, doch steht er am Anfang der neuzeitlichen Rückgewinnung dieses Territoriums von der unangenehmen Herrschaft der geschichtlichen Religionen.

Wie [weiter…]

Wenig grandioses Scheitern

Eine höchst unbefriedigende Sache: Charles Taylors umfängliche Studie ‘Ein säkulares Zeitalter’ ist eine glatte Themenverfehlung, denn es geht nicht um die Frage, wie es kommen konnte, dass innerhalb von 500 Jahren der Glaube aus der Welt gefallen ist, sondern um die Frage, wie man heute trotzdem noch glauben kann. Das ist aber ein Privatproblem des Autors. [weiter…]

Was ist Philosophie? Eine Polemik.

Wenn sie auch eine große Historie an Erfindungen und Hervorbringungen aufzuweisen hat, in der Gegenwart tut die Philosophie nur mehr eines: nichts von Bedeutung. [weiter…]

Intellektuelle Redlichkeit

Das Dumme an philosophischen Aufsatzsammlungen, selbst wenn sie von einem einzigen Autor stammen und um eine Auswahl an Themen kreisen, ist es, dass in ihnen fast jeder einzelne Gedanke zwangsläufig zu kurz kommen muss.

Der Vertreter der analytischen Philosophie in Deutschland, Ernst Tugendhat, von dem zuletzt Egozentrizität und Mystik erschienen ist, hat rund um [weiter…]

Von Eseln und Absurditäten

Giordano Bruno wurde als erster moderner Denken von einer noch zutiefst mittelalterlichen Kirche bei lebendigem Leibe verbrannt, weil er Dinge verkündete, die für uns heute selbstverständlich sind. Der Turiner Anacleto Verrecchio hat eine engagierte Biografie verfasst, die sich unter anderem auch dadurch auszeichnet, dass sie Esel Esel nennt… [weiter…]

de rerum natura replugged

Ein typisch amerikanischer Bestseller, vereinfachend, superlativisch – aber immerhin gut zu lesen und interessant in einigen sonst von der Fachliteratur kaum beachteten Nebensachen. [weiter…]

Selbst-Herabwürdigung

Das Wort vom sexuellen Missbrauch wird derzeit allerorten geführt – und leider ist festzustellen, dass schon ein grundlegendes Verständnis des Begriffes Missbrauch selber fehlt. Manche der Diskussionsbeiträge ließen sich auf Basis eines Rückgriffs auf den Wortsinn zur Gänze einsparen.

Zunächst ist der Missbrauch von seinem Beiwort zu trennen. Das Sexuelle dabei erregt die Gemüter, der [weiter…]