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Dialog zweier Herren im Zug

Zwei Herren im Schnellzug von St. Valentin nach St. Pölten.

Erster Herr: “Der Schorsch sucht ja jetzt auch…”
Zweiter Herr: “Der ist ja auch schon über fünfzig.”
Erster Herr: “Was heißt. Mit dreiundfünfzig ham’s ihn g’stanzt!”
Zweiter Herr: “Dich ja auch.”
Erster Herr: “Ja, aber mit vierundvierzig. Da war es noch leichter.”
Zweiter Herr: “Bitter trotzdem.”
Erster Herr: “Aber der Cuturi hats erst vor kurzem wieder geschrieben: da ist viel den Bach hinunter gegangen.”
Zweiter Herr: “Naja. Nach und nach verkauft ham’s alles.”
Erster Herr: “Die Wäsch, sozusagen.”
Zweiter Herr: “Weg mit die Leut’.”
Erster Herr: “Das Trennen ist leichter geworden dieser Tag’. Was einmal Krenstücke waren, sind heute periphäre Bereiche.”
Zweiter Herr: “Die Druckerei.”
Erster Herr: “Achtzehn Jahre!”
Zweiter Herr: “Vor sechzehn Jahren!”
Erster Herr: “Nein: ICH. Ich war achtzehn Jahr’ dabei.”
Zweiter Herr: “Das fällt einem dann auch nicht leicht.”
Erster Herr: “Eine Umstellung ist das schon.”
Zweiter Herr: “Bei dir ist das also sechzehn Jahr her?”
Erster Herr: “Schon gar nicht mehr wahr.”
Zweiter Herr: “Aber auch nicht wirklich eine nette Art.”
Erster Herr: “Der Cuturi schreibt, zuerst haben die Passauer dem Hirtreiter verkauft, und jetzt verkauft der Hirtreiter an den Moser.”
Zweiter Herr: “Der Moser steigt ein.”
Erster Herr: “Sagt man.”
Zweiter Herr: “Dabei hat der Hirtreiter immer den Eindruck erweckt, so lang wie er da is’ gibt’s keine Veränderungen.”
Erster Herr: “Verändern tun sich die Dinge auch ohne ihn.”
Zweiter Herr: “Und wie tut sich der Schorsch?”
Erster Herr: “Gar nicht leicht.”
Zweiter Herr: “Wann gehst Du in Pension?”
Erster Herr: “Im August.”
Zweiter Herr: “Da schau her!”

Im einfachen Leben spiegeln sich die Konzentrationsprozesse in der heimischen Medienlandschaft auf eine gewissermassen putzig-gefährtliche Art wider.

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