Karge Klanglandschaften

Alle Jahre wieder erfährt Joseph Haydn vorösterliche Beachtung: Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze eignen sich aber auch hervorragend dazu, sowohl das Oratorium, das Haydn gegen Ende seines Lebens einrichtete, als auch die parallel zur ersten Orchesterfassung eingerichtete Version für Streichquartett von 1787. Deren unschätzbarer Vorteil ist es, dass sie ohne die heiligen Texte auskommt und es so ermöglicht, die musikalische Kraft dieses Werks eingehend zu würdigen.

Das deutsche Rosamunde Quartett hat auf ecm new series wohl eine der kantigsten Einspielungen der sieben letzten Worte vorgelegt: in dieser Interpretation klanglicher Herbe und ausgesprochenen Härten wird eine karge Klanglandschaft hörbar, die ihresgleichen sucht – dem können auf Schönklang getrimmte Einspielungen wie des Auryn Quartetts oder die technisch perfekte, aber weniger lebendige Referenzaufnahme des Leipziger Streichquartetts bei weitem nicht das Wasser reichen.

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