In Bertl Mütters Komponierhäuschen

Man stellt sich das normalerweise recht fad vor, bei einem Komponisten in der Werkstatt. Wenn ich an Mahlers Komponierhäuschen denke, glaube ich nicht, dass es da besonders was zu sehen oder erleben gegeben haben wird. Aber der hat uns ja auch keine Führung und kein Werkgespräch angeboten.

Das Konzerthaus hat es sich in dieser Saison [weiter…]

Hartnäckige Rückständigkeit

Eine erstaunliche Riege vornehmlich englischer Sänger bringt einen üblich faden Britten zu Gehör; seine Opern sind eine Plage im Repertoire und stehen so mancher wesentlich besseren Entdeckung schattenspendend im Licht. [weiter…]

Ein Provinzstück mit ebensolchen Anforderungen

Die Opern des britischen Paradekomponisten Benjamin Britten eignen sich hervorragend dazu, den Opernbetrieb mit Gegenwart anzureichern, ohne dabei gleich modern zu werden. Brittens Tonsprache ist rückwärtsgewandt, von später – oder zu spät gekommener – Romantik durchweht, damit eingängig, singbar und publikumstauglich. Besser wird sie dadurch aber auch nicht.

Das Theater an der Wien bringt aus [weiter…]

Wäre da nicht Brahms

Es ist – aus irgendeiner Perspektive von dort drüben – wahrscheinlich durchaus verdienstvoll, wenn ein Dirigent sich als Botschafter der Musik seines Herkunftslandes versteht. Und es gibt bekanntlich immer Dinge zu entdecken, die man ohne das verdienstvolle Missionieren solcher Botschafter eben nicht zu entdecken vermocht hätte. So schon oft geschehen…

Anders bei Edward Elgar. Der [weiter…]

Junge Quartettkunst

Das Pavel Haas Quartett gehört zu jenen – noch relativ – jungen Formationen, die rasch von sich reden machten. In erster Linie dankt sich das der Pflege eines nicht ganz alltäglichen Repertoires: da finden sich vor allem Einspielungen des namengebenden tschechischen Komponisten Pavel Haas, der 1944 von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde.

Im Konzert [weiter…]

Von einem, der allein gegen die Wand singt

Zum Auftakt der Saison bringt das Theater an der Wien gewissermassen eine riesige Menge an Talent in Anschlag auf eine Petitesse. Nicht dass des Herrn Nobelpreisträger Thomas Mann Novelle “Tod in Venedig” das Problem wäre: sie ist eine böse kleine Satire, und eine wahre noch dazu, wenn man bedenkt, dass hier der vierzigjährige Großschriftsteller den [weiter…]

Kammerspiel vom Pazifismus

In seiner eigenen Laufbahn hat Benjamin Britten – zu sehr ungelegener Zeit: 1942 – die Verweigerung des Wehrdiensts durchgefochten. So ist ihm zeitlebens der Pazifismus ein auch künstlerisches Anliegen geblieben. Der Figur des Owen Wingrave, der ursprünglich aus einer Erzählung von Henry James stammt, hat Britten in der gleichnamigen Oper viel von sich selbst gegeben.

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Amerikaner in Russland

Wenn es denn nach längerem wieder mal ins Philharmonische geht, freut man sich – und zu recht: das Cincinnati Symphony Orchestra unter Paavo Järvi spielte frisch und mit durchaus amerikanischer Verve ein paar Europäer:

Der Cantus in memoriam Benjamin Britten von Arvo Pärt – eine flächige Komposition im grossen Bogen – begeisterte mich nachhaltig. Auch [weiter…]