Kammeroper in der Krise

Die Wiener Kammeroper, in der ich seit einigen Saisonen gern zu Gast bin, kämpft mit einem KO-Schlag der Förderungspolitik. Der Bund droht, 2012 keinerlei Subventionen mehr zu leisten, die Stadt Wien verhält sich gleichfalls zögerlich.

Bis Ende September kann man diese Petition noch unterschreiben!

Ein kräftiges Lebenszeichen von der britischen Oper

Ein musikalisch wirklich dichtes Stück, ein kräftiges Lebenszeichen der gemeinhin auf Purcell und Britten reduzierten britischen Oper, klein besetzt und doch mit großer Wirkung: die Kammeroper Wien setzt ein Stück des kompositorischen Autodidakten Harrison Birtwistle aufs Programm: The Io Passion.

Inhaltlich ist das Werk eine mehrschichtige Überlagerung von Mythos, Psychologie und Sexualität, von Vergangenheit und [weiter…]

Wüste Insel am Fleischmarkt

Die Wiener Kammeroper am Fleischmarkt hat sich auch heuer wieder eines Bühnenwerks von Joseph Haydn angenommen. Ein hübsches kleines Meisterwerk, das obendrein den Ruf geniesst, es sei die erste durchkomponierte Oper der Geschichte, ist die azione teatrale nach einem Libretto von Pietro Metastasio L’isola disabitata, die der Komponist selbst eine Operett’ nennt.

Spannend ist ferner, [weiter…]

Ein Hörereignis in szenischer Armut

Die Welt der Barockoper ist überreich an Stücken – es muss nicht immer Händel sein. Gut: der Venezianer Tomaso Albinoni ist hier – bis auf einige Instrumentalwerke – weitestgehend unbekannt, hat aber etwa 80 Werke für die Opernbühne verfasst.

Entsprechend zu danken ist es der Wiener Kammeroper, die sich regelmäßig um wenig gespielte Werke annimmt, [weiter…]

Gespenstische Oper, verlorenes Drama

Wien scheint sich zu einem Kristallisationspunkt der Neuen Oper aufschwingen zu wollen – zumindest für den Februar: vor der Uraufführung der Medea des Berliners Aribert Reimann am 28. in der Staatsoper steht die Uraufführung der Oper Die Besessenen von Johannes Kalitzke am 19. im Theater an der Wien. Das gibt zum anderen einen spannenden Kompetenz-Wettbewerb [weiter…]

Kammerspiel vom Pazifismus

In seiner eigenen Laufbahn hat Benjamin Britten – zu sehr ungelegener Zeit: 1942 – die Verweigerung des Wehrdiensts durchgefochten. So ist ihm zeitlebens der Pazifismus ein auch künstlerisches Anliegen geblieben. Der Figur des Owen Wingrave, der ursprünglich aus einer Erzählung von Henry James stammt, hat Britten in der gleichnamigen Oper viel von sich selbst gegeben.

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Bezaubernde Rarität im Haydn-Jahr

Die Rede ist natürlich von den Fischerinnen – Le Pescatrici – in der Kammeroper: ein so gut wie nie gespieltes Stück, das Haydn 1770 schrieb und zu Hochzeitsfeierlichkeiten auf Schloss Esterháza selbst uraufführte.

Dieses Dramma giocoso ist wahrlich ein leichtfüßiges, schlank gebautes Werk mit belangloser Handlung aber beträchtlichem Charme. Und erst recht, wenn die weiblichen [weiter…]

Zwei luftig leichte Miniaturen

Neue, kühne Musik war’s damals. Und sie fand ihre Bewunderer genauso wie ihre Kritiker. In den musikdramatischen Werken von Jean-Philippe Rameau erreichte die französische Oper des Barock ihren späten zweiten Höhepunkt. Die Musik ist reich an Modulationen und Dissonanzen, sie klingt darum auch lebendiger als die seines Vorgängers Lully – oder auch die von Händel, [weiter…]