Stehpartie mit Star-Bariton

Wieder einmal der Nabucco von Giuseppe Verdi, und wieder einmal singt Placido Domingo den Rest eines Ensembles an den Rand, gerade mal Bass Dmitry Belosselskiy in der Rolle des Priesters Zaccaria kann neben dem 77jährigen, spät-berufenen Bariton als Nabucco bestehen. Sopran Liudmiyla Monastyrksa als Abigaile singt brav, aber das ist auch schon alles. Von Mezzo [weiter…]

Die Behauptungskraft des Werks

Opern als musikdramatische Werke müssen sich bisweilen sehr gegen ihre Inszenierung zur Wehr setzen – die meisten jedoch beweisen dabei seit Jahrzehnten eine enorme Beharrungskraft. Und bei einem Meisterwerk wie dem Don Giovanni des Wolfgang Amadé Mozart darf man getrost davon ausgehen, dass es das auch schafft.

Dabei passiert es nicht bloß, dass ein Werk [weiter…]

Tör’ger Treue trugvolles Werk

… blüht nun jammernd empor! – so singt Brangäne, die doch den Trank gemischt hat, dem die beiden Liebenden in just dem Augenblick verfallen.

Aber das ist unwichtig. Der Plot macht keinen Sinn, das Textbuch ist von einem Stammler verfasst.

Und doch: Tristan und Isolde ist ein gewaltiges Stück Oper. Die MET hat wieder ein [weiter…]

La Joyce del Lago

Die Musik von Gioachino Rossini steht an der Schwelle von der barocken opera seria zur neueren dramatischen Oper – und hörbar ist sie bereits aufgebrochen in die damals noch recht frische Zukunft des Genres. Es ist aber noch viel da vom Artifiziellen und Artistischen, das der Barockoper ihren eigenen Reiz verleiht.

Mezzo Joyce DiDonato ist [weiter…]

Ein glaubwürdiger Werther

Natürlich ist Jonas Kaufmann da im Vorteil: wer von den renommierten Tenören kann denn den Goethe’schen Werther glaubhaft auf die Bühne stellen? Die Spanier und Südamerikaner eignen sich da nicht wirklich, ihnen nimmt man den Grübler nicht ab – und die Figur Werther ist alles andere denn feurig, das Wort hatte schon für Meister Goethe [weiter…]

Das erste Musical

Wer geglaubt hat, das Musical stamme aus Amerika, unterliegt einem gravierenden Irrtum. Aber auch aus Großbritannien stammt diese musikalische Seichtwasserei nicht. Sie hat ihren Ursprung vielmehr im zaristischen Russland genommen, schon tief im neunzehnten Jahrhundert: bei Alexander Borodin.

Der hat bekanntlich nur eine Oper geschrieben, den Fürst Igor, der außerhalb Russlands nicht eben zu den [weiter…]

Ansingen gegen die Fadesse

Das hat nun Antonin Dvorák wirklich nicht verdient – und mit ihm eine Riege von erstklassigen Sängerinnen – allen voran Renée Fleming – und Sängern: eine wirklich fade Rusalka. Musikalisch ist die Oper ja von sich aus mit erheblichen Längen behaftet, insbesondere im ersten und dritten Akt sind nur isolierte Perlen zu finden, zu Klasse [weiter…]

Ein notorischer Sir John

Sir John Falstaff ist ein notorischer Tunichtgut und Ambrogio Maestri ist ein ebenso notorischer Sir John. Er war in dieser Rolle natürlich auch schon an der Scala zu sehen, und zwar 2001 unter Riccardo Muti, 2004 an der Wiener Staatsoper – und bald wieder (im Jänner 2014) dann in Sao Paulo. Diesmal Live in HD [weiter…]

Tosca á la Bondy

Es gibt Zubereitungsarten, die selbst die allerbesten Speisen fad daherkommen lassen. Und natürlich gibt es Inszenierungen, die auch die besten Opern ins Mopsige wenden. In Sachen Giacomo Pucchini und Tosca ist namentlich die Wiener Staatsoper ein Garant dafür, zumindest solange sie an der uralten Fassung festhält, die so manche Großmutter schon in ihrer Kindheit gesehen [weiter…]

Absurdes Spiel um ein Riechorgan

Leider viel zu selten wird die erfrischend absurde Gogol-Adaption Die Nase von Dmitri Shostakovich auf einen Spielplan gesetzt – im diesbezüglich geradezu glücklichen New York kann man sie seit 2010 immer mal wieder geniessen. Da freut es natürlich außerordentlich, wenn sie auch noch über Live in HD in aller Welt zugänglich gemacht wird. 2010 hätte [weiter…]