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Gute Frage: Warum gehen wir ins Konzert?

Ein disparater verlängerter Nachmittag: die Sammlung von Musikinstrumenten aus besonderen Uraufführungen des Zwanzigsten Jahrhunderts, die der ungarische Schriftsteller Oskar Serti zusammengetragen hat, steht neben der Frage, warum wir ins Konzert gehen – und einer Reihe von interessanten und uninterressanten Aufführungen. Das Gesamtkonzept kommt allerdings über den bloßen Willen nicht hinaus. [weiter…]

Aus der großen Zeit der neuen britischen Musik

Ein hörenswerter Querschnitt durch einige der gegenwärtigen Komponisten, von denen die mehrere Jahrhunderte lange Relevanzarmut der britischen Musik beendet wurde: Birtwistle, Benjamin, Holt und Adès – und von den ganz jungen Luke Bedford. [weiter…]

Ein Jahrhundert Streichquartett

Ein Jahrhundert Streichquartettliteratur von Elliott Carters fünftem Qartett aus 1996 über George Crumbs Höhepunkt ‘Black Angels for Electric Quartet’ von 1970 zurück zu Antonin Dvoraks Klassiker Nr. 12 – ein Jahrhundert rasanter Entwicklungen, aber auch die Erkenntnis, dass auf diesem Weg das Miteinander Spielen durchwegs verloren gegangen scheint. [weiter…]

30 Jahre äußerste Präzision

Das Hagen Quartett feiert heuer sein dreißigjähriges Bestehen. Das ist den Hagens einerseits eine weitere CD namens ’30’ wert, andererseits sind sie, wie in fast allen Jahren ihres Bestehens, auf Tournee.

Seit dem Ausstieg einer Schwester besteht das einstige hundertprozentige Familien-Quartett aus Lukas Hagen, Violine, Rainer Schmidt, Violine,Veronika Hagen, Viola und Clemens Hagen, Violoncello.

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Vom Verschwinden der Musik im Zeiterleben

Für die Neue Musik muss man meistens eine gute Portion ebenso guten Willens mitbringen, das äussert sich immer wieder in den Konzerten von wien modern. Vieles ist weniger Komposition als Programm, weniger Musik als Konzept.

So auch beim Amerikaner Morton Feldman: sein Streichquartett No. 1 von 1979 bietet wenig ausser ziemlich ausufernder Länge. Mit eineinhalb [weiter…]

Un poco popolare

Die Herren vom Ensemble Chanticleer haben für ihre CDs ja schon allerhand Preise eingeheimst, und ich habe sie vor Jahren schon live gehört. Diesmal gastierten sie wieder im grossen Saal des Musikvereins, den sie anstandslos zu füllen im Stande sind.

Das Programm enthält mindestens so viele Gustostücke der Alten Musik – etwa von Orlando Gibbons, [weiter…]

Von der Liebe zur Viola und der Viola der Liebe

Die viola d’Amore ist ein barockes Instrument – möchte man annehmen – und daher die Literatur dafür längst geschrieben und allenfalls verschollen oder in Archiven vergraben.

Wenn allerdings ein vielseitiger Musiker wie Garth Knox sich des Instruments annimmt, begnügt er sich keineswegs mit alter Literatur: wohl spielte er die Prima Lezione des barocken Komponisten Attilio [weiter…]

Raumgreifendes Musizieren

Im Abschlusskonzert des heurigen Festivals wien modern präsentierte Peter Eötvös mit dem Radio-Symphonieorchester Wien ältere Werke von Iannis Xenakis sowie Kompositionsaufträge von Bernhard Gander und Olga Neuwirth.

Um es kurz zu machen: Bernhard Gander kann und muss man konzedieren, dass er – an der Grenze von Rock, Punk und populärer Musik – zumindest so etwas [weiter…]

Advent in Tirol

Da war er noch gar nicht so alt, wie er heute ist: der Brite Harrison Birtwistle schrieb 1996 einige Variationen namens Bach Measures auf Materialien von Johann Sebastian Bach, die eine ganz und gar kuriose Mischung geworden sind: klingt es eingangs, als spielte das Modern Jazz Quartett á la Bach, so taumelt der Thomaskantor bald [weiter…]

Schwierigkeiten der Verortung

Man hat schon das Streichquartett als die Königsdiziplin der Komposition bezeichnet – und das gilt ganz bestimmt für die Epochen der Klassik, Romantik und der Moderne. In der Neuen Musik scheint es jedoch nur noch ramponiert und ins beliebige umgewertet angekommen zu sein.

Im Rahmen von wien modern spielte das Arditti Quartett Werke, die überwiegend [weiter…]