Eminent modern

Zwischen 1874 und 1877 schrieb György Ligeti seine Oper Le Grand Macabre nach einem Gedicht von Michel de Ghelderode. Die Neue Oper Wien nimmt sich des Werks an und sorgt für eine gelungene Aufführung dieses wichtigen Stücks.

Das ist aber hoffentlich nicht bloß der Parallele geschuldet, dass im Stück der Weltuntergang nicht kommt und selbiges [weiter…]

Neue Oper am anus Viennensis

Man kann eine Produktion auch dadurch verhunzen, dass man die Bemühungen aller Teilhabenden in einer mangelhaften Location verpuffen lässt: Friedrich Cerhas Oper ‘Baal’ hätte beileibe mehr verdient, da mögen sich das amadeus ensemble, Dirigent Walter Kobéra und Titelheld Sébastien Soulès noch so viel Mühe geben… [weiter…]

Kantate mit Umgang

Die Neue Oper Wien bringt ein belangloses Werk des Andalusiers José María Sánchez-Virtú zur Aufführung und sorgt damit bestenfalls für Gähnen. [weiter…]

L wie Langeweile in Halle E

Belanglose Textmontage, dürftige musikalische Ausstattung mit nur wenigen Höhepunkten, fast keine Passagen für Sänger, ein Regiekonzept, das Dürftigkeit mit Deutung verwechselt, und eine bleierne Schwere der Bedeutung – die Wiener Festwochen produzieren mit ‘Wüstenbuch’ von Beat Furrer einen faden Abend der Gattung Neue Oper. [weiter…]

Missglückte Exhumierung einer Opernmumie

Die Neue Oper Wien hat es sich zur Aufgabe gestellt, Werke des zeitgenössischen Opernschaffens aufzuführen und Höhepunkte aus dessem frühen Repertoire wieder zu beleben – was ja durchaus lobenswert ist und die Chance bietet, in Vergessenheit geratene Werke neu kennen zu lernen.

Einerseits ist Gottfried von Einem zweifellos ein wichtiger Komponist der österreichischen Nachkriegsmusik. Andererseits [weiter…]

Sog und Strudel

Die Handlung ist einigermassen reduziert: nicht in der hellsichtigen und zugleich gotisch-schaurigen Romanvorlage Die Besessenen des Polen Witold Gombrowicz, da entrollt sich das Panorama der vor ihrem Untergang stehenden polnischen Gesellschaft der 30er Jahre, sondern im Libretto von Christoph Klimke. Es tut schon weh, wie da eine breit aufgelegte Geschichte in eine kleine Fabel gepresst [weiter…]

Gespenstische Oper, verlorenes Drama

Wien scheint sich zu einem Kristallisationspunkt der Neuen Oper aufschwingen zu wollen – zumindest für den Februar: vor der Uraufführung der Medea des Berliners Aribert Reimann am 28. in der Staatsoper steht die Uraufführung der Oper Die Besessenen von Johannes Kalitzke am 19. im Theater an der Wien. Das gibt zum anderen einen spannenden Kompetenz-Wettbewerb [weiter…]

Pure Musik in totaler Verwirrnis

Das Drama des Kleist’schen Helden ist – unabhängig vom historischen Vorbild – ein Träumer: er träumt vom Ruhm, er träumt von seiner Braut, der zu erklären er sich erst im Laufe der Handlung getraut, und träumt vom “freien Tod” für “das Gesetz”.

Natürlich war solches Material für die nicht eben wählerischen Nazis ein gefundenes Fressen [weiter…]

Die Kepler-Kantate

Eine Oper ist es eher nicht geworden. Das liegt keineswegs an Philip Glass – der hat für Linz09 im Prinzip das komponiert, was er immer komponiert. Dabei ist ein dichtes, grandioses Stück Musik herausgekommen. Aber eine Oper?

Der ORF nahm sich ein hohes Beispiel an der MET und übertrug LIVE in HD aus dem Landestheater [weiter…]

Ein Hauptspass in Murakamis nihilistischer Bäckerei

Der Japaner Haruki Murakami hat längst auch im deutschsprachigen Raum Kultstatus – was immer das heissen mag. Seine teils anarchisch-nihilistischen und dann wieder feinsinnig poetischen Romane und Kurzgeschichten – vorneweg Mister Aufziehvogel aus dem Jahre 1998 (dt.) – sind für uns Europäer vermutlich etwas ganz und gar anderes als für seine japanischen Zeitgenossen. Das einzige, [weiter…]