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Von Barcelona nach Reims

Wenn ich schon mal zu einer Zeit in Barcelona bin, wo im altehrwürdigen Gran Teatre de Liceu auch was gegeben wird, das sich zu sehen lohnt, muss ich natürlich dabei sein! Beim letzten Mal mussten wir mit einer gefühlt hundertsten Umsetzung von Verdis Troubadur vorlieb nehmen, nur um das Liceu meiner weltumspannenden Liste besuchter Openhäuser [weiter…]

apocolocynthosis Serseni

Etwa im Jahre 54 u.Z. hat Seneca einen bitterbösen Nachruf auf den Kaiser Claudius verfasst, den er mit dem griechischen Neologismus apocolocynthosis – also etwa: Verkürbissung – betitelt hat, klar in Anspielung auf die Apotheose des verstorbenen Kaisers.

So eine Verkürbissung gereicht natürlich niemandem zur Ehre und ist das gerade Gegenteil des nil nisi bene.

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Sonya di Lammermoor

Opéra Bastille, Paris: natürlich kann ich nicht an der Pariser Oper vorbeigehen, ohne mir eine Vorstellung zu gönnen. Diesmal erwischen wir die Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti. Man kann es schlechter treffen.

Sonya Yoncheva, Sopran

Vor allem begeistert die junge Bulgarin Sonya Yoncheva in der Titelrolle! Sie verfällt nicht in bravourösen Wahnsinn, [weiter…]

Großartige Ensembleleistung

Die Produktion der Wiener Festwochen von 2007 ist in Berlin angekommen: Leos Janáceks ‘Aus einem Totenhaus’ mit Sir Simon Rattle am Pult der Staatskapelle Berlin mit großartiger Ensembleleistung. [weiter…]

Rotzfreche Berlinisierung eines Wiener Biedermanns

Der herrlich respektlose Umgang Berliner Musik-, Regie- und Bühnenbild-Studenten mit dem Biedermann Franz Schubert zeitigt eine Produktion, wie sie mehr aufrichtigen Spaß gar nicht machen kann. [weiter…]

Ohne Substanz und Blut

Eine hervorragende Angela Denoke spielt mit dem Mark und Bein erschütternden Juha Uusitalo die Salomé. Musikalisch brilliant umgesetzt von Pinchas Steinberg ist die Aufführung selbst substanz- und blutlos. Aber: endlich auch die Opéra Bastille besucht! [weiter…]

Ich war im Liceu

Barcelona. Beim Verreisen kriegt man einerseits die Chance, auswärts Oper zu hören: ein anderes Haus mit seinem individuellen Flair kennen zu lernen, den Atem einer fremden Tradition zu spüren – andererseits muss man dann leider auch nehmen, was man kriegt.

Im Fall unseres Weihnachtsaufenthalts in Barcelona hatte ich von sehr langer Hand vorbereitet, dass für [weiter…]

Der fröhliche Urstand im Schlossgraben

Steyr. Nicht alles, was in der Provinz von statten geht, ist allein aus geografischen Gründen schon provinziell. Das Musikfestival Steyr jedoch tut sein möglichstes, derlei Vorurteile als wohl-erworbene zu bekräftigen.

Was 2005 bei der Mozart’schen Zauberflöte noch im Lieblich-Verspielten des Werkes untergehen mochte, erweist sich bei der diesjährigen Carmen jedoch als fatal: hier werkt ein [weiter…]

Überzahlter Blindflug

Mailand. Wenn man ein Haus nicht kennt, riskiert man, im Out zu sitzen. Dagegen hilft in der Regel nur, reichlich Budget bereit zu stellen.

Die ehrwürdige Scala ist ein überraschend kleines Haus, dafür sind die Preise ungebührlich hoch. Meßbar wird das, wenn man für 140 Euro noch nicht mal auf die Bühne sieht. Da beginnt [weiter…]

Der Phönix am Schließtag

Venedig. Schließtage sind im Grunde genauso schlimm wie Tage, an denen es Ballett gibt. Bei unserem Aufenthalt in Venedig zog es La Fenice ja leider vor, gerade noch einen einzigen Abend Vorstellung zu geben – und dann just Gehopse.

Gut, wir sind nicht der Oper wegen in die Serenissima gereist. Aber ärgerlich ist es schon, [weiter…]