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Tosca á la Bondy

Es gibt Zubereitungsarten, die selbst die allerbesten Speisen fad daherkommen lassen. Und natürlich gibt es Inszenierungen, die auch die besten Opern ins Mopsige wenden. In Sachen Giacomo Pucchini und Tosca ist namentlich die Wiener Staatsoper ein Garant dafür, zumindest solange sie an der uralten Fassung festhält, die so manche Großmutter schon in ihrer Kindheit gesehen [weiter…]

Am Ende doch nur ein Puccini

Es gibt offenbar zwei Giaccomo Puccini: den mit der großen dramatischen Geste und den klingenden Arien, der sich in Dauerbrennern wie Bohéme, Tosca und Butterfly äußert, und einen Sucher neuer musikalischer Formen und Werkkonzepte, der sich im regulären Opernbetrieb so recht gar nicht durchzusetzen vermochte.

Ein beredtes Beispiel dieser Diskrepanz ist sein aus drei inhaltlich [weiter…]

Sich selbst erstickende Opulenz

Wer grüßt da aus dem letzten Jahrtausend herüber? Nein, zum Glück nicht Otto Schenk. Obzwar der zu den eingestandenen Lieblingen des Hauses im Lincoln Center zählt. Auf eine dezidiert andere Art staubig, doch wenigstens in der Opulenz konsequent, strahlt die MET eine uralte Turandot in den Äther, für deren einstmals imposante Gestaltung kein geringerer als [weiter…]

Eine neue Tosca – nur in Übersee!

Regisseur Luc Bondy hat sie treffend The opera of the operas genannt: und wahrlich, des Herrn Giacomo Puccini Tosca darf sich mit nur ganz wenigen um diesen Titel balgen!

Wenn ich aber daran denke, wie sie in der Staatsoper seit vielen hundert Vorstellungen verhunzt wird, dann kann sie einem auch leid tun: seit über 45 [weiter…]

Seichtwasserwaten

Meistens sind es nicht die Werke, die auslassen – eher die Regisseure. Aber auch so mancher Komponist hat hohle Nüsse im Repertoire: und was dem Richard Strauss sein Rosenkavalier ist halt dem Puccini seine Madama Butterfly. Aber: Ich hatte sie mir weniger schlimm vorgestellt.

Hier soll auch gar nicht die Diskussion wieder aufgewärmt werden, ob [weiter…]

Eine augenzwinkernde Tragödie

Manche betrachten es als ein Opernfest – und in gewisser Weise ist es ja auch eins: ein Reigen ins Ohr gängiger Melodien, sozusagen ein Hit-Popourri der klassischen Sorte, dabei eine anrührende Liebesgeschichte (wenn man auf sowas extra steht) und – in diesem Fall – eine humorvolle Inszenierung im opulenten Bühnenbild ein und desselben Mannes: Franco [weiter…]

Zum Schlafen kommt man nicht

Dass Nessun dorma quasi das opernmäßige Äquivalent eines alten Haderns ist (wie man zu Wien einen Gassenhauer nennt), ist kein Geheimnis. Und man kann Puccini’s Turandot inszenatorisch gar nicht so verschandeln, dass sie nicht trotzdem noch immer gut wäre. Ein leichtverdauliches, vordergründig exotisches Stück Standardrepertoire halt.

Als solches muss man auch – mit feinem Lächeln [weiter…]

Abgang ohne Verstauchung

Sie kennen das: der Vorhang geht auf, die Bühne offenbart sich – und man glaubt fast, einem Erstickungsanfall zu erliegen. So viel Staub, so viel Klamotte aus einem längst vergangenen Jahrhundert tummelt sich da. Wobei: tummeln ist ja schon ein Wort für das Movens; allein, Bewegung findet hier nicht statt. Ein Name drängt sich auf: [weiter…]