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Der Haken an der Revolution

Wie sich schon an Protagonisten der Französischen zeigen läßt, haben Revolutionen einen Haken: sie fressen ihre Kinder, so naturgemäß auch die Russische.

Der Klappentext des bei propyläen erschienenen Buches Trotzki – Der verratene Revolutionär von Bertrand M. Patenaude verheisst eine Biografie – doch hat der amerikanische Historiker keine klassische Biografie geschrieben.

Zwar steht irgendwie [weiter…]

Ein Novembertag

Der 9. November ist – unabhängig von so sperrigen Jubiläums- und Bedenkjahren wie 1789, 1939 oder 1989 – ein Tag, an dem vieles zu Ende ging:

1799 beendet der Bürger General Bonaparte mit einem Staatsstreich die Französische Revolution 1848 wird der Abgeordnete zum Frankfurter Parlament Robert Blum hingerichtet, nachdem in Wien der Oktoberaufstand gescheitert ist [weiter…]

Revolution, Krieg, Kaiser – eine Vorlage

Die Französische von 1789 war beileibe nicht die erste Revolution der Geschichte, doch stellt ihr Fortgang von der gerechten Empörung durch die Paranoia der äusseren und inneren Bedrohung in den Terreur und schlussendlich die Diktatur eine paradigmatische Entwicklung dar: Revolutionen kommen nicht von ungefähr – wenn man vielleicht die kubanische einmal aussen vor läßt – [weiter…]

Merci pour votre Révolution

Das Monumentalwerk des Historikers Jules Michelet Geschichte der französischen Revolution, zuletzt in einer fünfbändigen Ausgabe nur noch antiquarisch erhältlich, wurde von Zweitausendeins in einer sagenhaft günstigen zweibändigen Taschenbuch-Ausgabe wieder allgemein zugänglich gemacht: über 2.000 Seiten einer geballten, detailreichen, dabei eloquent geschriebenen Darstellung der ersten aller Revolutionen, die unsere Gegenwart erheblich mitbestimmt haben.

Michelet schrieb [weiter…]

Die Weltverschlingungsmaschine

War für Karl Kraus das Österreich des beginnenden Zwanzigsten Jahrhunderts die Versuchsstation des Weltuntergangs, so kann man im Jahre 1937 in Moskau das Innenleben einer veritablen Weltverschlingungsmaschine besichtigen.

Terror und Traum: Moskau 1937 von Karl Schlögel führt an einen zwiespältigen historischen Ort: die Hauptstadt der Herrschaft des Proletariats ist eine Art Wolkenkuckucksheim zumindest für [weiter…]

Ein Stück Exkrement

Der eine nannte den anderen einen “Schakal und Wolf”, der andere ihn dafür postwendend “ein Stück Scheisse”. Zwei wahrhaft feine Herren. Der eine ist amtlich durchgeknallt, aber im weistesten Sinne harmlos, wenn auch ein selbstverliebter Diktator, der andere der wohl größte Massenmörder der Geschichte – mit einigem Abstand noch vor unserem Hitler.

Die Bestseller-Autorin [weiter…]