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Paukenschläge der Moderne

Im ersten Konzert des Kurzzyklus Festliche Tage alter Moderne im Theater an der Wien bietet das Klangforum Wien, sonst eher allerneusten Kompositionen verpflichtet, einige Gustostücke der inzwischen klassischen Zweiten Wiener Moderne. Unter dem Dirigat von Emilio Pomárico, der auch schon beim RSO wirkte, bündelt das Klangkollektiv eine Reihe solistischer Spitzenkräfte zu Kammerformationen.

Am Beginn steht [weiter…]

Ein vielgestalter Protagonist

Ein Stück für 3 Stimmen: Moses, Aron und das Volk Israel. Nirgends in der Opernliteratur wurde jemals dem Chor eine so tragende, vielfältige, dramatische Rolle geschrieben wie es Arnold Schönberg in Moses und Aron tat. Nachdem ich die DVD einer Aufzeichnung aus 2006 schon habe, war nun endlich auch ein Besuch der Wiederaufnahme dran.

Das [weiter…]

Zu Gast: die Klassik der Moderne

Ausgerechnet die Bamberger Symphoniker kommen nach Wien, um uns die Quintessenz unserer zweiten Klassik zu präsentieren: Dirigent Jonathan Nott brachte ein Programm mit, das von den Wurzeln in Schönbergs Klavierstücken bis in die rhythmischen Ausbrüche in Bartóks Konzerten führte.

Einleitend spielte Pierre-Laurent Aimard die Drei Klavierstücke op. 11 von Arnold Schönberg. 1909 steckte Schönberg mitten [weiter…]

Kulinarisches Altbrot

Mit der gemächlichen, sich erst allmählich steigernden Passione (Hob. I/49) von Joseph Haydn eröffnete Bertrand de Billy einen Abend, der eine seltsame Kontinuität über doch fast zweieinhalb Jahrhunderte präsentierte.

Mit dem kleinen Klangkörper des klassischen Orchesters wirkte Haydns Komposition fast kammermusikalisch. Gerade das Adagio könnte auch, dünner besetzt, in einem seiner Streichquartette stehen. Das RSO [weiter…]

Ein End’ in leisen Tönen

Zum ersten Mal hatte ich Gegelenheit, das Klavierkonzert opus 42 von Arnold Schönberg aus 1942 zu hören – und das Philharmonia Orchester unter Esa-Pekka Salonen begleitete feinfühlig Mitsuko Uchida durch das luzide Werk aus der amerikanischen Phase.

Die Formenstrenge, die Schönberg sich früher, noch im Violinkonzert, auferlegt hatte, ist hier deutlich gemildert, einige Verbote hält [weiter…]

Eine Schulstunde in Wiener Moderne

Ausgerechnet von einem Finnen und einem britischen Orchester – was vielleicht anderorten als normales Programm mit gar nicht so wenig Sinn für Zusammenhänge dastehen mag, wirkt in Wien ein Wenig wie der Versuch, Nachhilfe zu geben.

An zwei Abenden gastierte das Philharmonia Orchester unter Esa-Pekka Salonen mit einem Programm von der vorletzten Jahrhundertwende, jener, an [weiter…]

Ein gewaltiges Werk und gewaltiger Ärger

Zum Glück hat die Wiener Staatsoper eine ihrer raren wirklich guten Produktionen, noch dazu eines Werkes, das man als eher sperrig bezeichnen könnte, zumindest dem Ruf nach bei denen, die es nicht kennen und vom Komponisten auf die Qual zu schließen pflegen, auch für DVD produziert und herausgebracht: Arnold Schönberg schrieb die Oper Moses und [weiter…]

Brahms auf modern

Es ist einwandfrei Brahms – das Klavierquartett Opus 25 – und doch wieder nicht. Klar, zum ersten ist es eine Bearbeitung für Orchester. Zum anderen, und da wird die Geschichte haarig, klingt es viel zu modern.

Bisweilen denke ich, das Stück könnte von Schönberg sein. Und das ist es dann auch, als ich die Details [weiter…]