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Wieder und neu Entdecktes, genial gespielt

Ach ja: Mendelssohn… aber dann ist es doch ein unvergleichlich intensives Erlebnis an diesem Abend im Mozartsaal des Wiener Konzerthauses, wie das Artemis Quartett dieses 6. Streichquartett op. 80 von 1847 fegen lässt, man kann es gar nicht anders nennen. Und es ist damit sofort klar geworden, dass das Mendelssohn’sche Quartettschaffen noch einmal gründlich gehört [weiter…]

Was will man mehr

Man muss nicht wiederholen, welchen Kahlschlag der europäischen, aber insbesondere der deutschen und österreichischen Kultur das barbarische Wüten der Nazis vollbracht hat – die Namen der Vertriebenen sind Legion, und es sind in der Regel die besseren der Besten, die davon betroffen waren oder sich mit den Brutalosnobs nicht gemein machen wollten. Vergessen werden darüber [weiter…]

Rotzfreche Berlinisierung eines Wiener Biedermanns

Der herrlich respektlose Umgang Berliner Musik-, Regie- und Bühnenbild-Studenten mit dem Biedermann Franz Schubert zeitigt eine Produktion, wie sie mehr aufrichtigen Spaß gar nicht machen kann. [weiter…]

mütters müllerin

Posaunenvirtuose Bertl Mütter nimmt sich Franzl Schubert zur Brust – das gibt aus! Und einen herrlichen Spaziergang, wo das Original aus voller Brust wandert, das Blasen einer Posaune wo sonst nur ein Mühlrad klappert, musikalischer Esprit, wo sonst der Bach des Banalen rauscht. [weiter…]

Meister der Spröde

Im Mozartsaal gastiert das Londoner Belcea Quartet mit einem Programm aus Webern, Mozarts Dissonanzen Quartett und Schubert – die wohltuende Sprödheit des Tons erweist sie als resistent gegen die biedermeierliche Süße. [weiter…]

Aufnahmen zu fünfen

Ich bin beileibe kein allzu grosser Verehrer von Franz Schubert – auf seine Symphonik kann ich grösstenteils verzichten, seine Messen können mit denen von Beethoven oder gar Bruckner nicht mit, und die Lieder! Man bleibe mir fern mit den Liedern! Wenn man einerseits Mahler haben kann, wozu dann Wolf oder eben Schubert? Das ist irgendwie [weiter…]

Verneigung für zwei Celli

Wieder mal das Hagen Quartett: mit Mozart F-Dur K590 und Debussy in g-moll… Fast möchte ich bereuen, diesen Zyklus genommen zu haben, war ich doch die letzten beiden Male weniger angetan, doch immerhin – sehr lange nicht mehr gehört – steht auch das Quintett C-Dur von Franz Schubert auf dem Programm.

Gut: die Hagens sind [weiter…]

Fahrt durch die deutsche Romantik

Das WDR-Symphonieorchester Köln unter Semyon Bychkov besuchte Wien und hätte ursprünglich den norwegischen Cellisten Truls Mork – einen meiner Favoriten – mitbringen sollen, doch der hat aus privaten Gründen abgesagt.

Den Abend begann Bychkov mit der Overtüre zu Lohengrin – einem der wenigen Stücke von Richard Wagner, das wirklich konzerttauglich ist.

Anstelle von Truls Mork [weiter…]

Frühe und frühreife späte Werke

Beethoven kannte noch Haydn, dessen Schüler er ganz kurz war, als er nach Wien kam. Und er war in eine Stadt gekommen, in der Mozart noch nachwirkte, wenn auch bei weitem nicht so omnipräsent und übergroß wie heute. Hinter diesen beiden Genies, das spürte wohl auch der junge Beethoven, war es kein Leichtes, in der [weiter…]