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Lang lebe Zerbinetta!

Es mag schon sein, dass Hofmannsthal seine Feder gut gespitzt in die Schlacht führte: des reichen Mannes Umgang mit der Kunst war Ziel seines Spotts. Der leistet sich eine ernste Oper und eine Buffo-Truppe als Ausgleich zu seinem Fest. Doch kurzfristig packt ihn die Allmacht, und er verordnet Gleichzeitgkeit. Man spiele die ernste Oper und [weiter…]

Bissig, böse, prophetisch

Lang hat’s gedauert: von der Komposition 1930 bis zur Uraufführung 1990. Und immer noch wird’s selten gespielt: dabei ist Kehraus um St. Stephan von Ernst Krenek eine wunderbare Oper, musikalisch eingängig trotz aller modernen Einschlüsse, die hier aber einer dazumaligen Zeitoper ein ausgleichendes Gewicht gegen allzu leichte jazzige Geläufigkeiten verleihen.

Frappant ist die musikalisch-inhaltliche Einheit, [weiter…]

Zum Schlafen kommt man nicht

Dass Nessun dorma quasi das opernmäßige Äquivalent eines alten Haderns ist (wie man zu Wien einen Gassenhauer nennt), ist kein Geheimnis. Und man kann Puccini’s Turandot inszenatorisch gar nicht so verschandeln, dass sie nicht trotzdem noch immer gut wäre. Ein leichtverdauliches, vordergründig exotisches Stück Standardrepertoire halt.

Als solches muss man auch – mit feinem Lächeln [weiter…]