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Tör’ger Treue trugvolles Werk

… blüht nun jammernd empor! – so singt Brangäne, die doch den Trank gemischt hat, dem die beiden Liebenden in just dem Augenblick verfallen.

Aber das ist unwichtig. Der Plot macht keinen Sinn, das Textbuch ist von einem Stammler verfasst.

Und doch: Tristan und Isolde ist ein gewaltiges Stück Oper. Die MET hat wieder ein [weiter…]

In Bertl Mütters Komponierhäuschen

Man stellt sich das normalerweise recht fad vor, bei einem Komponisten in der Werkstatt. Wenn ich an Mahlers Komponierhäuschen denke, glaube ich nicht, dass es da besonders was zu sehen oder erleben gegeben haben wird. Aber der hat uns ja auch keine Führung und kein Werkgespräch angeboten.

Das Konzerthaus hat es sich in dieser Saison [weiter…]

Schwofel und Pofel

Man kann natürlich aus jeder Oper von Richard Wagner was machen, mit der einzigen Ausnahme des Parsifal. Es nützt rein gar nichts, dass die Musik, die Wagner zu diesem Weihespiel komponiert hat, überirdisch ist. Die ganze Geschichte ist dermaßen Schwofel, dass sich daraus leider auch kaum etwas machen lässt. Es ist eines der Werke, die [weiter…]

Brünhildendämmerung

Mit der Götterdämmerung geht Wagners Ring an der New Yorker MET seiner Vollendung entgegen: phasenweise atemberaubend, mit bemerkenswerten Sängerinnen und Sängern, in einer erfrischend ent-deutschten Lesart von Fabio Luisi. [weiter…]

Teil drei einer epochalen Inszenierung

Regisseur Robert Lepage ist auf dem Weg, den besten Ring aller Zeiten auf die Bühne zu stellen. Auch die Sänger halten sich wacker – auch musikalisch gehört diese Tetralogie unter die großen unserer Tage. Newcomer Jay Hunter Morris vermag als Siegfried zu überzeugen, Gerhard Siegel ist ein phantastischer Mime, Bryn Terfel ein begnadeter Wanderer. Lediglich Deborah Voigt wirkt in dieser Riege schwach wie schon zuletzt. [weiter…]

Romantische Schmonzette im Reich der Ratten

Pickig romantisch ist der Lohengrin von jeher, da bedarf es zweifellos starker Akzente seitens der Regie, um die Oper nicht völlig in der ihr innewohnenden scheußlichen Deutschheit untergehen zu lassen. Hans Neuenfels tut dabei sein bestes, Annette Dasch sing eine herausragende Elsa. [weiter…]

Zweiter Abend des spektakulären Rings aus New York

Zweiter Abend des neuen, spektakulären Rings der New Yorker MET von Robert Lepage unter James Levine; brilliant singen Jonas Kaufmann, Eva-maria Westbroek, Bryn Terfel und Stephanie Blythe, weniger berauschend hingegen Deborah Voigt zum ersten Mal als Brünhilde. [weiter…]

Der Tannhäuser im Repertoirebetrieb

Am Tannhäuser hat Richard Wagner sich auch nach der Premiere der ersten Fassung sein ganzes weiteres Leben lang erfolglos abgemüht. Das lag in erster Linie daran, dass er sich im Libretto eines Themas angenommen hatte, das ihn erstens selbst widerspiegelte und betraf und zweitens realiter gar nicht aufzulösen war und ist.

Es ist eines der [weiter…]

Fahrt durch die deutsche Romantik

Das WDR-Symphonieorchester Köln unter Semyon Bychkov besuchte Wien und hätte ursprünglich den norwegischen Cellisten Truls Mork – einen meiner Favoriten – mitbringen sollen, doch der hat aus privaten Gründen abgesagt.

Den Abend begann Bychkov mit der Overtüre zu Lohengrin – einem der wenigen Stücke von Richard Wagner, das wirklich konzerttauglich ist.

Anstelle von Truls Mork [weiter…]

Ein zu spät gekommener Frühromantiker

Ist Richard Wagner der Anfang der Moderne? Schon eher, wie Franz Welser-Möst sagt,

der Nullpunkt der Moderne

und das ist bekanntlich etwas ganz und gar anderes. Wenn wir zunächst einmal von der Musik sprechen wollen – so steht Wagner an der Schwelle zur Moderne, doch hat er sie niemals überschritten.

Wagner ist sozusagen der Dissolutionspunkt [weiter…]