Subtext der Enttäuschung

Der ehemalige DDR-Historiker Wolfgang Ruhe musste in jungen Jahren aus Hitlerdeutschland fliehen und erlebte in der Sowjetunion die Entzauberung des kommunistischen Traums. [weiter…]

Alles zerfliesst

Wassili Grossmans später Roman ‘Alles fliesst’ über die Rückkehr aus dem Gulag vermag leider als Buch nicht zu überzeugen, so präzise die Schilderungen der Personen, Gespräche und verqueren Situationen auch sein mögen, so notwendig die klaren Worte über den Diktator und das unmenschliche System auch erscheinen mögen. [weiter…]

Wo Reheis nicht Recht hat

Wieder ein Versuch, Marxens Theorien aus der historischen Schublade zu holen und ihnen für die Gegenwart eine Bedeutung zuzusprechen: Fritz Reheis’ Buch ‘Wo Marx Recht hat’ versucht das und scheitert. Marx ist und bleibt von bestenfalls historischem Interesse. [weiter…]

Der Haken an der Revolution

Wie sich schon an Protagonisten der Französischen zeigen läßt, haben Revolutionen einen Haken: sie fressen ihre Kinder, so naturgemäß auch die Russische.

Der Klappentext des bei propyläen erschienenen Buches Trotzki – Der verratene Revolutionär von Bertrand M. Patenaude verheisst eine Biografie – doch hat der amerikanische Historiker keine klassische Biografie geschrieben.

Zwar steht irgendwie [weiter…]

Von Marxens Erdäpfeln

Erdäpfeln möchte ich doch weiterhin lieber kaufen als anbauen. Ich halte diesbezüglich sehr viel von arbeitsteiligem Wirtschaften. Das gleiche gilt neben Karotten natürlich auch für Reparaturen meines Fahrrads oder das Kompostieren meines Biomülls. Ich täte das ungern selber. Dennoch soll es jedermann und -frau unbenommen bleiben, selbst Hand anzulegen.

Ich selber habe Dienstleistungen anzubieten, die [weiter…]

Human? Hanebüchen!

Oh ja, natürlich – darauf haben wir gewartet! Unser alter Freund Karl Marx, der mit der Revolution und der Diktatur des Proletariats, Sie wissen schon, der könnte jetzt neue Bedeutung erlangen

mit seiner Theorie einer humanen und herrschaftsfreien Gesellschaft

so befindet jedenfalls der Berliner Geschichtsprofessor Wolfgang Wippermann in seinem Buch Der Wiedergänger: Die vier Leben [weiter…]

Unerschütterlicher Optimismus

Wer wirklich glaubt, dass die schwarzen Afrikaner ein funktionierendes schwarzes Afrika hinkriegen werden, ist wohl ein unerschütterlicher Optimist.

Alleine werden sie das wohl kaum schaffen. Selbst vorausgesetzt, dass sie zur Abwechslung einmal bereit wären, zu lernen, Fertigkeiten und Wissen zu erwerben, brauchen sie doch jemand, der sich das mit ihnen antut. So jedenfalls könnte man [weiter…]

Ökonomische Schweinerei

Ich habe schon lange nicht mehr so köstlich gelacht wie bei dieser Biografie des großen Marx: der deutsche Publizist Leopold Schwarzschild veröffentlichte 1947 sein Buch Der rote Preusse. Leben und Legende von Karl Marx. Hier öffnet sich eine wenig respektvolle Aufrollung eines recht erfolglosen Lebens, rekonstruiert aus den unzähligen Briefen, die just in einer Ausgabe [weiter…]

Ein Dokument aus unsicherer Zeit

Auch dem gesetzten Philosophen passiert es – und gerade einem, der sich vor dem Schreiben über die Gegenwart nicht scheut –, dass er fatal im Irrtum liegt. Bertrand Russell, der ein – nicht nur philosophischer – Vielschreiber war, hat im Jahre 1918 kurz vor Ende des Weltkriegs ein Büchlein veröffentlicht, das sich [weiter…]

Quarantänestation

Im Abstand von 15 Jahren darf man dieses Buch erneut lesen, und zwar lesen als ein Dokument der totalen Erschütterung eines, der an führender Stelle dabei gewesen ist und über profunde Kenntnisse der Materie verfügt. Nur dass man es heute ganz ohne alle Häme lesen kann, denn der Zusammenbruch des Real existierenden [weiter…]