Seltsame Parallelen

Noch im Jänner dürfen wir Österreicher darüber abstimmen, ob wir lieber ein Heer mit allgemeiner (männlicher) Wehrpflicht haben wollen oder ein Berufsheer. Interessanterweise geht die Diskussion darüber aber am eigentlichen Thema, dem Heer als Einrichtung der Landesverteidigung, gänzlich vorbei. Hierzulande wird über die Wehrpflicht für junge Männer entschieden, weil man just jenen Teil der Stellungspflichtigen, [weiter…]

Die Tragik des Oberhunnen

Man hat ihn gern verantwortlich für die Urkatastrophe des Zwanzigsten Jahrhunderts gemacht und in deren Gefolge auch als Auslöser der Hitlerei und des deutschen Weltuntergangs gesehen: der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II polarisierte nicht nur zeit seines Lebens, er tat das auch durch eine lange Phase tendenziöser Geschichtsschreibung wie politischer Vereinnahmung.

Der britische Historiker [weiter…]

Biografie eines Karrieresoldaten

Der Drecksack General Paulus – so kommt das Echo der Nachkriegseinschätzung im Westen Deutschlands bei einem ihrer fundamentalen Kritiker an, dem linken Liedermacher Franz Josef Degenhardt.

In der BRD musste man dem General nicht vergeben, dass er in Stalingrad kapitulierte – er hatte sich anschließend auf Seiten Stalins und der DDR gestellt, womit man im [weiter…]

Der Blick von drüben

Über diese gigantische Schlacht ist viel geschrieben und allerdings auch viel gelogen worden, bewusst oder unterbewusst, sie ist zu dem entscheidenden Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs stilisiert worden, obzwar sie eigentlich bloß der Punkt der äußersten Dehnung des deutschen Vormarsches war, der sich in der Weite des russischen Raumes von vornherein totlaufen musste.

Die Betrachtung war [weiter…]

Danke, Jungs!

Nicht erst seit Brechts Fragen eines lesenden Arbeiters stellt sich die Frage nach denen, die eigentlich die Arbeit gemacht, die Leiden erlitten, die Schlachten ausgefochten haben, welche die Geschichtsschreibung den Mächtigen und Großen zuschreibt.

Selbst wenn man geneigt ist, zu glauben, der Zweite Weltkrieg wäre nun doch schon eingehend erforscht, gelingt Historikern doch immer [weiter…]

Vom Zürichsee übern großen Teich

albrecht Fölsing ist eine hervorragende Biografie eines der größten Wissenschaftler aller Zeiten gelungen, der nebenbei ein sympathischer, wenn auch schrulliger und eigenbrödlerischer Kerl gewesen zu sein scheint. [weiter…]

Vom Stalinismus zur Demokratie

Brigitte Halbmayr legt eine zu recht als ‘politisch’ bezeichnete Biografie von Hermann Langbein vor: dem Kommunisten wird sie jedoch weniger gerecht als dem Spanienkämpfer, KZ-Überlebenden, Nazijäger und Zeitzeugen. Die moralische Instanz, die Langbein in den späteren Lebensjahrzehnten zweifellos darstellte, strahlt in seine frühen Jahre über – ob zu recht, ist im Rahmen dieses Buchs nicht zu klären. [weiter…]

Vom Überleben als Laufbursche

Der Historiker Jonny Moser berichtet aus seinen Jugendjahren als Jude im Ungarn des zweiten Weltkriegs – und der unglaublichen Rettungsaktion des schwedischen Diplomaten Raoul Wallenberg, dem er als Botenjunge und Helfer diente. [weiter…]

Subtext der Enttäuschung

Der ehemalige DDR-Historiker Wolfgang Ruhe musste in jungen Jahren aus Hitlerdeutschland fliehen und erlebte in der Sowjetunion die Entzauberung des kommunistischen Traums. [weiter…]

Vom Gutschreiben fremder Früchte

Als Leiter der Iran-Abteilung des britischen Foreign Office gehört Michael Axworthy zweifellos zu den Auskennern. Im britischen Staatsdienst hat fachliche Kompetenz Tradition – im Gegensatz etwa zu seinem zutiefst provinziell geprägten österreichischen Pendant. Dennoch ist das Vorhaben schlicht atemberaubend: die Geschichte des Kulturraums Persien/Iran in einem knappen und lesbaren Buch darzustellen.

Mit Iran – [weiter…]